Bilder skalieren

Babylonische Sprachverwirrung

Bevor wir uns mit Auflösung und Bildgrössen beschäftigen, gilt es, die babylonische Sprachverwirrung, welche im Umfeld dieser Begriffe herrscht, zu lindern.

Zuerst haben wir simple Längenmasse - Zoll, Inch und Point:

  1. Inch: (dt. Zoll) 1Inch = 25,4mm
  2. Point: 1 typografischer Point = 0,345mm.
    Der Ursprung der Point ist historisch und ist ein Mass zur Angabe von Schriftgrössen.
  3. Nebst dem üblichen typografischen Punkt gibt es jedoch noch jede Menge anderer Punktgrössen zum gleichen Zweck.
  4. Ein früher Mac-Computer (lat. Malum Macintosh Classicum Vulgaris) hatte eine Bildschirmauflösung von 72 Pixel pro Inch, damit entsprach ein Bildschirmpixel genau einem Point und es entstand gewollt oder ungewollt eine Verbindung von Pixel und Point. Diese Bildschirmauflösung ist jedoch keineswegs eine feste Grösse (und war es schon damals nicht). Die Gleichsetzung von Point und Pixel sollte nicht gemacht werden.
  5. Daher gibt es nur eine sinnvolle Art mit diesen Point umzugehen: Vergessen sie Point für fotografische Anwendungen.

Pixel verwendet man vor allem als Angabe beim Webdesign, Punkt oder Point dagegen bei Schriftgrössen.

Dann die eigentlichen Auflösungen in der Darstellung Pixel pro Strecke:

  1. ppi: Pixel per Inch (dt. Pixel pro Zoll). ppi ist somit eine Auflösungsangabe.
  2. dpi: Dots per Inch (dt. "Punkte" pro Zoll). Auch hier handelt es sich um eine Angabe der Auflösung. Dieses Mass hat allerdings seine Tücken weil nicht alle unter den Dots das gleiche verstehen wollen. Der Fotograf betrachtet einen Pixel als Punkt, für den Druckerhersteller hingegen besteht ein Pixel aus einer grossen Anzahl mikroskopischer kleiner Tintenspritzer (Dots), welche gemeinsam einen Pixel ausmachen. Auch für einen mittelmässigen Drucker kann derart eine stolze dpi-Zahl notiert werden und der Anwender lässt sich bezüglich der wirklichen Auflösung des Druckers leicht täuschen. Deshalb vermeide ich persönlich die Bezeichnung dpi.
  3.  Im Desktop-Publishing wird meist mit dpi im gleichen Sinne wie ppi gearbeitet.

Wie viel Auflösung brauchen wir für unsere Bilder?

Eine zweite Frage welche wir klären sollten betrifft die Auflösung für Bilder, welche ab Daten in einem Fotolabor erstellt werden oder die sie selbst ausdrucken:

Für Monitor- und Beamer-Darstellung:

Eine einfache Wahrheit

Auch wenn dies allgemein bekannt sein sollte und der geneigte Leser sich die Sache selbst aus den Fingern ziehen kann, so will ich hier den Einen, absolut wichtigen und unumgänglichen Sachverhalt gleichwohl explizit schreiben:

Daraus ergibt sich: Effektive Bildinformation kann durch Bildbearbeitung am Computer nur verringert werden, erhöhen lässt sie sich nicht. In diesem Sinne könnte man Bildbearbeitung bezeichnen als gezielte Vernichtung von Bildinformation zugunsten der verbleibenden Information.

Verkleinern (skalieren) des Bildes

Das Menü zum Skalieren von Bildern finden sie bei Photoshop unter Bild - Skalieren.
Zum Skalieren haben sie zwei Vorgehensmöglichkeiten:

Ist das Kontrollkästchen Bild neu berechnen abgeschaltet, so bleibt die Pixelzahl erhalten, jedoch wird ersichtlich, welche Auflösung sich bei gewählter Ausgabegrösse ergibt, respektive im umgekehrten Sinne, welche Ausgabegrösse sich bei gegebener Auflösung erreichen lässt. Dies kann für Kontrollzwecke dienlich sein um herauszufinden, bis zu welchem Format sich ein Bild bei gegebener Auflösung ausgeben lässt.

Mehrfach verkleinern oder nicht?

Bild: Michael Albat

Oftmals liest man in Foren die Insider-Empfehlung, das Bild in mehreren Durchgängen immer wieder geringfügig zu verkleinern, bis die gewünschte Grösse erreicht wird, manchmal zusätzlich mit dem Tipp gewürzt, das Bild zwischendurch immer wieder leicht Unscharf zu Maskieren.

Um den Einfluss zu verdeutlichen den diese Empfehlung auf das Bild hat, habe ich das gleiche Bild von seiner Ausgangsgrösse zweimal auf die Grösse 433 x 289 Pixel verkleinert, einmal direkt und einmal mit 2 Zwischenschritten ohne Schärfen zwischendurch. Die Unscharf Maskierung erfolgte bei beiden Bildern identisch am Schluss. Die beiden untenstehenden Bilder zeigen einen 3fach vergrösserten Ausschnitt aus den durch die unterschiedlichen Verkleinerungsmethoden entstandenen Bildern.

Das Bild links wurde verkleinert in einem Schritt, dasjenige in der Mitte in drei Schritten, was in meinen Augen noch keine Provokation darstellt. Trotzdem zeigt das linke Bild bei genauerer Betrachtung doch schon deutlich feinere Details. Die Pfeile geben Stellen an, an welchen die Differenz zwischen den beiden Bildern leicht ersichtlich ist. Das rechte Bild zeigt die Unterschiede, welche ausschliesslich durch die beiden Verkleinerungsverfahren entstanden. Der Kontrast wurde etwas erhöht, damit die Unterschiede gut sichtbar werden. Es ist ersichtlich, das Abweichungen vor allem in den feinsten Strukturen entstanden.

Meines Erachtens nach macht das mehrstufige Verkleinerungsverfahren keinen grossen Sinn, ich möchte das Thema aber auch nicht überbewertet wissen. Meines Erachtens nach sind die Anhänger dieses Verfahrens einen plausiblen Nachweis der "bessern" Skalierung bisher schuldig geblieben. Klar sein dürfte, dass die beiden Verfahren nicht die genau gleichen Resultate liefern. Ob das Resultat dann besser oder schlechter ist hängt wohl vom individuellen Motiv, den spezifischen Einstellungen dieser Schärfungs-Zwischenschritte und von den jeweiligen Bewertungskriterien des Fotografen ab.

Was bleibt: Für die Webdarstellung ist es sinnvoll, das Bild in deutlich grösserer Auflösung zu bearbeiten und am Schluss der Bearbeitung, aber noch vor dem finalen Unscharf Maskieren, in einen Schritt auf die gewünschte Grösse zu reduzieren.