Ein Rahmen adelt das Bild

... oder auch nicht.

Ein einfacher Rahmen trennt ein Bild wirkungsvoll von seiner Umgebung. Ein Bild ohne Rahmen kommt deshalb oftmals nicht optimal zur Geltung. Bei Präsentationen im Internet werden Bilder oft ohne Rahmen präsentiert, das ist schade und muss nicht sein.

It's about trying to frame something. And draw attention to it and say, 'Here's the beauty in this. I'm going to put a frame around it, and I think this is beautiful.' That's what artists do. It's really a pointing activity.

Chris Burden

Die Möglichkeiten, dem Bild einen Rahmen umzulegen sind unzählige. Sie reichen vom einfachen Erweitern der Arbeitsfläche mit einer anderen Farbe bis zum Einkopieren kunstvoller Rahmen. Zwei einfache Möglichkeiten zum Erstellen eines Rahmens möchte ich Ihnen zeigen:

Rahmenvorschlag 1

Rahmenvorschlag 2
Beide Bilder: Michael Albat

Rahmenvorschlag 1:

Eine einfache Trennlinie grenzt das Bild vom eigentlichen Rahmen ab. Ihr Zweck besteht darin, allfällige helle Stellen im Bild gegen den weissen Rahmen zu trennen, damit das Bild bei diesen Stellen nicht ohne Kontrast in den Rahmen übergeht.

Wie wird dieser Rahmen gemacht?

Rahmenvorschlag 2:

3D-Schatten-Effekt: Ist an sich beliebt, wird immer gerne genommen, aber nicht unbedingt bei mir und von mir. (Das war jetzt wohl etwas suggestiv. Lassen sie sich davon nicht negativ beeinflussen.)

Trotzdem: How to...

Bei Rahmen sieht man oft, dass ein Farbton aus dem Bild für den Rahmen übernommen wird. Dieser Gedanke ist verführerisch, dabei wird gerne übersehen, der Rahmen ist nicht das Bild. Er soll das Bild aus dem Umfeld hervorheben - ist die Rahmenfarbe dem Bild entliehen, so wird eher das Bild auf den Rahmen erweitert. Dadurch kommt es indirekt auch wieder mit seinem Umfeld in Kontakt, die Idee der Rahmung wird dann nicht erfüllt. Ein Rahmen sollte also farblich neutral sein, darf aber das Bild unterstützen. Unterstützen bedeutet, einen Kontrast machen zu wichtigen und markanten Stellen im Bild. Die Beispielbilder sind vorwiegend hell, wenige dunkle Stellen ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Ich habe den Rahmen deshalb weiss gewählt, er konkurriert nicht mir den bildwichtigen Elementen und der helle Grundton der Bilder bleibt so erhalten.

Trauen sie Ihren Augen und Ihrem Kunstverstand: Nicht jeder Rahmen verträgt sich mit jedem Bild. Wenn der Rahmen sehr üppig ist, dann müssen sie schon sehr viel Vertrauen in Ihr Bild haben. Andererseits: In diesem Falle sollte dann ein schwülstiger Rahmen auch nicht mehr notwendig sein. Sie können es also drehen und wenden wie sie wollen. Was präsentieren sie, den Rahmen oder Ihr Bild?

Anspieltipp: Rahmenkunst (fotocommunity)

Nebenbei: Etwas zum Thema Rahmen lesen sie auch im Kapitel Bildfläche unter Passepartout.

How To: Einfacher Rahmen

Die Bearbeitungs-Beispiele auf dieser Seite werden mit Adobe Photoshop 7 gezeigt, sind jedoch mit jedem anderen vernünftigen Programm sinngemäss ebenfalls möglich.

Der erste Rahmen basiert auf Erweiterungen der Arbeitsfläche. Die Arbeitsfläche ist gegeben durch die Abmasse des bearbeitbaren Bereiches der Datei, zumeist angegeben als Anzahl Pixel in Höhe und Breite. Wenn sie eine Bilddatei laden, dann ist die Arbeitsfläche normalerweise identisch mit der Grösse des eigentlichen Bildes, dieses befindet sich in deren Vordergrund und deckt die Arbeitsfläche zu.

Die Werkzeuge um einen Rahmen zu erstellen.

Die Arbeitsfläche kann aber auch grösser als das Bild sein, dann wird sie neben dem eigentlichen Bild sichtbar und das Bild ist auf ihr verschiebbar. Die Arbeitsfläche hat eine Farbe, dies ist die Hintergrundfarbe.

Sie können sich das ganze vorstellen wie ein Bild auf Papier. Das Papier ist die Arbeitsfläche, darauf liegt das Bild. Wenn das Papier grösser ist als das Bild, dann wird neben dem Bild die Farbe des Papiers sichtbar.

Kurz zu den dazu benötigten Werkzeugen:

Die Grösse der Arbeitsfläche kann unter -> Bild -> Arbeitsfläche... in Höhe und Breite verändert werden.

Ist die Schaltfläche Relativ angeklickt, so wird unter Breite und Höhe die Veränderung gegenüber der bestehenden Arbeitsfläche eingegeben. Eine Eingabe von jeweils 2 bewirkt eine Vergrösserung um 2 Pixel sowohl in der Höhe als auch in der Breite.
Solange die Arbeitsfläche grösser als das Bild ist, verändert sich dessen Grösse nicht - wird die Arbeitsfläche kleiner als das Bild, so wird dieses beschnitten (nicht skaliert).

In der Werkzeugliste findet sich das Icon für die Wahl von Hintergrund- und Vordergrundfarbe. Das leicht verdeckte Quadrat zeigt die Hintergrundfarbe an. Durch Anklicken lässt sich dessen Farbe einstellen.

Unter Position lässt sich die Art der gewünschten Erweiterung spezifizieren. Wird das mittige Quadrat angewählt (wie in obigem Beispiel) so geschieht die Erweiterung gleichmässig in alle Richtungen, die Vergrösserungen um jeweils 2 Pixel teilt sich also auf in jeweils 1 Pixel nach oben und einen nach unten, in der Breite gleichmässig um je 1 Pixel nach links und rechts.

Durch Anwählen eines der entsprechenden anderen Quadrate kann die Erweiterung asymmetrisch gewählt werden - nebenstehendes Beispiel erweitert symmetrisch in der Höhe, in der Breite jedoch nur nach rechts. Das weisse Quadrat symbolisiert die bestehende Arbeitsfläche.

Jetzt zum eigentlichen Bild und zur "Rahmenhandlung":

Die erste Erweiterung der Arbeitsfläche
mit 2 Pixel in Höhe und Breite.

Die zweite Erweiterung der Arbeitsfläche
mit 20 Pixel in Höhe und Breite.

Das zu rahmende Bild sollte in seiner endgültigen Form vorliegen, also bereits die richtige Grösse aufweisen und nachgeschärft sein. Es ist nicht sinnvoll, nachträglich, mit umgelegtem Rahmen, noch irgendwelche Korrekturen oder Nachschärfungen vorzunehmen. Einerseits wäre der Rahmen davon auch betroffen, andererseits hätte dieser beim Nachschärfen im Randbereich einen ungünstigen Einfluss auf das Bild.

Der erste Schritt ist die feine Rahmenlinie um das Bild. Wählen sie als Hintergrundfarbe schwarz. Unter Bild -> Arbeitsfläche... geben sie bei Höhe und Breite jeweils 2 Pixel ein und wählen Relativ. Unter Position wählen sie das zentrale Quadrat an. Mit diesen Einstellungen wird die Arbeitsfläche um 2 Pixel vergrössert - jeweils je 1 Pixel nach oben und unten respektive links und rechts. Dadurch entsteht die erste Rahmenlinie.

Der weisse Rahmen wird genau gleich gemacht wie der schwarze, aber mit andern Eingabewerten. Als Hintergrundfarbe wählen sie weiss, unter Breite und Höhe geben sie 20 Pixel ein.

Et Voilà, ein weisser Rahmen ist entstanden. Das ist schon alles.

Natürlich lässt sich mit den Parametern noch spielen. So sind zum Beispiel bedeutend breitere Rahmen denkbar, oder auch quadratische Rahmen, die ein rechteckiges Bild enthalten.
Bei breiten Rahmen kann es sinnvoll sein, dass Bild innerhalb des Rahmens leicht oberhalb der Mitte anzuordnen - dies erreichen sie, indem sie den Rahmen in der Höhe geringfügig kleiner machen und dann unter Position noch einen asymmetrischen Anteil wählen für eine kleine Zugabe in der Höhe.

How To: Schattenwurf

Auch der zweite Rahmenvorschlag arbeitet mit der Arbeitsfläche. Diese wird jedoch vorerst noch ohne Bild erstellt und das Bild danach hineinkopiert.

Im ersten Schritt wird unter Datei -> Neu eine neue Arbeitsfläche erstellt. Die Grösse soll genau derjenigen des später einzusetzenden Bildes entsprechen - in unserem Beispiel sind dies 433x282 Pixel. Unter Inhalt wird die Option Hintergrundfarbe gewählt, diese wurde zuvor schon als Dunkelgrau eingestellt und wird dann später zur Farbe des Schattens.

Die so entstandene Fläche wird zum Schatten werden. Durch die Lichtrichtung ist dieser leicht asymmetrisch, in unserem Beispiel soll das Licht von links oben kommen, der Schatten wird also nach rechts unten zeigen.

Als nächstes wird dieser Schatten mit dem weissen Rahmen umgeben. Als Hintergrundfarbe wird weiss gewählt. Mit Arbeitsfläche... wird die Arbeitsfläche gleichmässig um 10 Pixel erweitert. Der graue Schatten weisst jetzt einen symmetrischen weissen Rahmen auf. In zweiten Schritt werden der Arbeitsfläche nochmals in Höhe und Breite 10 Pixel zugefügt, allerdings jetzt nur nach oben und nach links. Dies wird erreicht, indem unter Arbeitsfläche... bei Position das Quadrat unten rechts angewählt wird. Die Arbeitsfläche sollte sich jetzt wie im untenstehend linken Bild präsentieren.

Links: Asymmetrisch erweiterte Arbeitsfläche, noch ohne Weichzeichnung.
Rechts: Weichzeichnung der erweiterten Arbeitsfläche mit einem Radius von 4 Pixel.

Noch ist der Schatten etwas scharfkantig, ein bisschen weicher dürfte er sein. Um dem entgegen zu wirken wählen sie unter Filter -> Weichzeichnungsfilter den Filter Gausscher Weichzeichner... aus und geben bei beim Parameter Radius einen Wert nach persönlichem Empfinden ein - das obenstehende rechte Beispiel zeigt das Resultat mit einem Radius von 4 Pixel.

Ist der Schatten jetzt noch zu dunkel, so lässt er sich über Bild -> Einstellungen -> Tonwertkorrektur... in der Helligkeit noch beeinflussen.

Dies ist jetzt der Schatten noch ohne Bild. Für mehrmaligen Gebrauch mit weiteren Bildern gleicher Grösse kann er abgespeichert werden.

Jetzt bleibt noch, die Bilddatei mit dem eigentlichen Bild zu öffnen und das Bild mit Copy & Paste auf den Schatten zu übertragen. Da die Arbeitsfläche des Schattens grösser ist als das eigentliche Bild wird dieses automatisch mittig zentriert eingesetzt und der Schattenwurf wird rechts und unten sichtbar.

Über Ebene -> Auf Hintergrundebene reduzieren wird das Bild mit dem Hintergrund noch zu einer Ebene verschmolzen. Et voilà, fertig ist das Handwerkstück.