Eine Makrokamera

Fotografieren bedeutet immer Objektiv und Kamera. Das System aus Kamera und Objektiv entscheidet darüber, ob eine spezifische Eignung für eine Aufgabe gegeben ist. Bevor wir zu den Objektiven übergehen scheint es mir daher sinnvoll, kurz für die Makrofotografie geeignete Kameraprinzipien zu bestimmen.

Gibt es eine Makrokamera? Die wichtigste Anforderung an eine "Makrokamera" ist, dass das Sucherbild ebenfalls durchs Aufnahmeobjektiv entsteht. Nur so können sie bei grossen Abbildungsmassstäben und kurzen Aufnahmedistanzen Bildausschnitt und Schärfe genügend genau bestimmen und einstellen. Diese Anforderung wird von folgenden Kameratypen erfüllt:

Nicht geeignet sind sämtliche Systeme, deren Sucher im Nahbereich eine andere Perspektive zeigt als die anschliessend entstehende Aufnahme. Diese Abweichung zwischen Sucherbild und Aufnahme wird Parallaxenfehler genannt. Nicht geeignet sind demzufolge:

Eine Kamera, geeignet für Makroaufnahmen:
Spiegelreflex mit APS-C Bildformat. Hier ist die
Kamera auf einem Einstellschlitten montiert,
zwischen Kamera und Objektiv ist ein
Zwischenring sichtbar.

In den meisten Fällen sind Spiegelreflexkameras ihr Werkzeug der Wahl für die Makrofotografie. Die elementarsten Anforderungen an eine Spiegelreflexkamera mit Makroeignung hören sich unspektakulär an, praktisch jede aktuelle Spiegelreflexkamera kann diese erfüllen:

Sobald der geneigte Makrofotograf zu grösseren Abbildungsmassstäben vordringen will verschärfen sich die Anforderungen an die Kamera zusehends:

Interessiert sich der Fotograf für Makroaufnahmen in unmittelbarer Bodennähe, so gestaltet sich der Suchereinblick schwierig. Möglichkeiten, das Sucherbild anderweitig einsehbar zu machen: