Makrohandwerk

Auf zwei Dinge kann ein qualitätsbewusster Makrofotograf nicht verzichten: Auf ein schweres Stativ und auf einen grossen Papierkorb.

Stativ

Makrofotografie profitiert auf zwei Arten vom Einsatz eines Stativs: Technisch und gestalterisch.

Technisch:

Gestalterisch:

Grundsätzlich sollte auf den Einsatz eines Stativs nicht verzichtet werden – dies ist jedoch nicht makrospezifisch. Alternativen wenn ein klassisches Stativ nicht geht:

Für die Gestaltung des Bildes ist ein Stativ vorerst hinderlich. Ein paar Tipps, damit das Unterfangen trotzdem gelingen kann scheinen angebracht:

Spiegelvorauslösung

Ist die Kamera erst mal auf dem Stativ, so kann man sie auch gleich per Draht- respektive Kabelauslöser auslösen. Für Makroaufnahmen ab dem Stativ empfielt sich zudem die Spiegelvorauslösung. Sie ermöglicht das Abklingen der durch das Wegklappen des Spiegels verursachten Kameraerschütterung bevor anschliessend der Verschluss für die Belichtung geöffnet wird. Das Resultat sich schärfere Bilder, insbesondere auch im Makrobereich.

Fokussieren bei grossen Abbildungsmassstäben

Fokussieren bei Abbildungsmassstab 12:1 und
Blende 2,0. Irgendwo wird wohl scharf sein...

Bei Aufnahmen mit grossem Abbildungsmassstab ab Stativ bietet sich Liveview für die Fokussierung an. Durch eine Auschnittvergrösserung der Darstellung auf dem Bildschirm kann die exakte Scharfstellung auf dem gewünschten Ausschnitt kontrolliert und auch korrigiert werden.

Fokussieren aus der Hand im Nahbereich

Makroobjektive sind die erste Wahl wenn es darum geht im Nahbereich aus der Hand zu fotografieren. Allgemein gestaltet sich die Fokussierung im Nahbereich heikel, dies aus folgenden Gründen:

Das Hauptidee der Fokussierung aus der Hand im Makrobereich besteht darin, die Fokussierung am Objektiv manuell grob voreinzustellen und dann durch Vor- und Rückwärtsbewegung der Kamera das Bild scharf zu kriegen ohne die Fokussierung am Objektiv noch zu verstellen. Wenn sie mit dem Auge das Kameraokular nicht berühren, so können sie die Kamera von Hand genauer führen, leichte Kopfbewegungen werden ansonsten die Kamera ebenfalls mitbewegen.

Verschlusszeiten beim Fotografieren aus der Hand

Bekannt ist die 1/f-Regel: Sie besagt, dass ein Kleinbild-Fotograf mit ruhiger Hand mit einem 50mm-Objektiv bis zu einer maximalen Verschlusszeit von 1/50sek. eine unverwackelte Aufnahme erzielen kann. Diese Regel bezieht sich allerdings nur auf Aufnahmen, welche mit kleinen Abbildungsmassstäben entstehen. Für den Makrobereich müssen kleinere Zeiten eingehalten werden, für Aufnahmen mit Abbildungsmassstab 1:1 sollte die Belichtungszeit gegenüber der einfachen 1/f-Regel halbiert werden.

Papierkorb

Gute Fotografen vertrauen ihre Ausschussbilder ausschliesslich dem FineArt-Papierkorb von Monochrome an.