Der Abbildungsmassstab

Das Ziel des Makrofotografen ist nicht in erster Linie möglichst nahe an sein Motiv heranzugehen, sondern das Motiv gross aufzunehmen. Das Mass für dieses "Gross aufnehmen" ist der Abbildungsmassstab, gewissermassen der zentrale Begriff der Makrofotografie. Der Abbildungsmassstab beschreibt das Verhältnis von Bildgrösse zu Gegenstandsgrösse:

Abbildungsmassstab = Bildgrösse / Gegenstandsgrösse

Eine Bild mit einem Abbildungsmassstab von
ungefähr 4:1.

Alternative Methode zum Ermitteln des format-
füllenden Motivausschnitts mittels Lineal.

Wichtig: Der Abbildungsmassstab im Kontext der Makrofotografie bezieht sich immer auf die Grösse des von der Optik entworfenen Bildes auf dem Bildsensor oder Film.

Es gilt also, je grösser der Abbildungsmassstab ist, desto grösser wird ein gegebenes Motiv im Bild abgebildet. Abbildungsmassstäbe werden auf zwei Arten angegeben:

Beispiele für die Angabe des Abbildungsmassstabes als Zahl:

Massstab Verhältnisse
0,2 Eine Distanz im Bild misst 20% der entsprechenden Distanz im Motiv.
1 Eine Distanz im Bild ist exakt gleich lang wie im Motiv.
2 Eine Distanz im Bild misst das 2-fache der entsprechenden Distanz im Motiv.

Beispiele für die Angabe des Abbildungsmassstabes als Verhältnis:

Massstab Verhältnisse
1:5 Eine Distanz im Bild ist 5 mal kleiner als die entsprechende Distanz im Motiv.
1:1 Eine Distanz im Bild ist exakt gleich lang wie im Motiv.
2:1 Eine Distanz im Bild misst das 2-fache der entsprechenden Distanz im Motiv.

Allgemein gilt:

Abbildungsmassstäbe für die Makrofotografie

Als Makrofotografie wird meist die Fotografie mit Abbildungsmassstäben von 1:10 bis 10:1 bezeichnet. Die meisten Makroobjektiv ermöglichen ohne weiteres Zubehör einen maximalen Abbildungsmassstab von 1:1. Grössere Abbildungsmassstäbe werden erreicht durch den zusätzlichen Einsatz von Zwischenringen und/oder Nahlinsen.

Alternativ zum Begriff Makrofotografie finden sich für einzelne unterschiedlich spezifizierte Massstabbereiche auch Bezeichnungen wie Nahfotografie und Mikrofotografie. Wie auch immer, für unser Tätigkeit ist es unerheblich wie diese Art der Fotografie genannt wird. Ich würde Makrofotografie einfach als diesen Teil der Fotografie bezeichnen, welche mit den hier beschriebenen Methoden ausgeführt wird.

Motivausschnitt

Bei gegebenem Abbildungsmassstab wird ein Motiv mit einer definierten Grösse abgebildet, bei unterschiedlichen Bildformaten wird dies jedoch nicht gleichermassen formatfüllend sein. Interessant im Hinblick auf die praktische Fotografie ist daher auch der formatfüllende Motivausschnitt. Er ergibt sich aus dem eingestellten Abbildungsmassstab und dem Bildformat (Sensor oder Film):

Motivausschnitt = Bildformat / Abbildungsm.

Unter Berücksichtigung des gleichen maximalen Abbildungsmassstabes von 1:1 der meisten Makroobjektive lässt sich auch feststellen, dass eine Kamera mit einem Bildsensor im APS-C Format einen kleineren Motivausschnitt formatfüllend aufnehmen kann als eine Kamera mit sogenanntem Vollformat-Sensor. Aber natürlich lassen sich unabhängig vom Sensorformat von einem Bild auch Ausschnitte erstellen.