Einrichten des Farbmanagements beim Scanner

Am einfachsten entledigen sie sich beim Scannen der Farbmanagementprobleme, indem ihr Scanner dafür schon vorbereitet ist. In diesem Falle wird er die Bilddatei in einem von Ihnen wählbaren, genormten Farbraum erstellen. Scannerprofile sind dann Sache des Herstellers und nicht mehr ihr Problem. Da gute Scanner, oftmals im Gegensatz zu Monitoren, für anspruchsvolle Grafikanwendungen gemacht wurden, wird das vom Hersteller mitgelieferte Profil erfahrungsgemäss auch recht gut auf das Gerät passen. Bedingung dafür ist, dass die Lichteinheit des Scanners über lange Zeit stabil arbeitet.

Als Software-Beispiel für die Einstellungen dient hier NikonScan.

Menu: Voreinstellungen -> Farbmanagement.

Schalten sie hier das Farbmanagement ein und geben sie den Farbraum an, in welchem ihre Scandaten erstellt werden sollen. Wenn der ganze Workflow auf nur einem Farbraum basiert, so haben sie am wenigsten Überraschungen zu befürchten. Für Fotografie sollte dies mit sRGB gehen.

Damit sie bereits beim Scanner die ersten Farbkorrekturen vornehmen können, muss auch dessen Software mit dem Monitorprofil zusammenarbeiten. Ob sie dies tut überlasse ich Ihnen herauszufinden, die Anleitung zur Scansoftware sollte darüber Auskunft geben.

Bei NikonScan können sie das Monitorprofil gezielt zuweisen.

Ist es sinnvoll die Voreinstellungen zu verwenden?
Ich binde mein Profil direkt ein, dann weiss ich zumindest sicher woran ich bin. Voreinstellung ist eine undurchsichtige Angabe, obwohl ich durch den Versuch festgestellt habe, dass derart  offenbar ebenfalls das richtige Monitor-Profil verwendet würde.

Wie auch immer, Kontrolle ist besser, sie kennen den Spruch.

Das war's dann auch schon was das Farbmanagement beim Scanner betrifft.

Selbstverständlich können sie auch mit Geräten ohne Farbmanagement arbeiten und die Bilddatei dann in der Bildbearbeitung in dem von ihnen gewünschten Farbraum interpretieren (siehe Profile zuweisen). Die Ergebnisse werden auch so einigermassen gut ausfallen, zumindest solange wie sie auf die Darstellung ihres Monitors vertrauen können. Probleme tauchen erst auf, wenn sie beim Scannen generell ähnliche Abweichungen in der Farbbalance feststellen und diese nicht jedes Mal von neuem auskorrigieren wollen. Dann werden sie sich eine Scannerkalibration wünschen. Mithilfe von Testtafeln und geeigneter Software lassen sich Scanner-Profile selbst erstellen. Es gibt aber eine Grundbedingung dafür: der Scanner darf selbst keine automatischen Korrekturen vornehmen. Für mich sieht dies eher nach PC-Bastelei aus, das ist ein anderes Hobby und zumindest nicht mein Weg.