Mischlicht bei Blitzaufnahmen

Von Mischlicht spricht man ganz allgemein, wenn eine Szene von mehreren Lichtquellen mit unterschiedlichen Farbcharakteren beleuchtet wird. Mischlicht ist daher nicht ein spezifisches Problem reduziert auf Aufnahmen mit Blitzlicht.

Einigermassen neutrale Farben im Vordergrund,
Glühlampenlicht im Hintergrund.

Diese Lichtquellen können

Durch die Erfindung der Energiesparlampe wurde die Welt sicher auch nicht ästhetischer.

Der Weissabgleich wird auf einen der vorhandenen Lichtquellentypen eingestellt, die Farben in deren Wirkungsbereich werden dann auch einigermassen korrekt wiedergegeben und für alle anderen Arten von Lichtquellen ergeben sich Farbabweichungen. Die Farbabweichungen zeigen sich insbesondere bei Aufnahmen mit Langzeitsynchronisation des Blitzes, bei welchen eben auch wesentliche Anteile des Umgebungslichtes in die Beleuchtung miteinbezogen werden. Bei kurzen Synchronzeiten überwiegt das Blitzlicht und das Bild erhält bei entsprechendem Weissabgleich eine neutrale bis leicht kühle Farbwiedergabe. Mit zunehmend längerer Belichtungszeit erhöht sich der Kunstlicht-Anteil an der Belichtung und die Farbwiedergabe tendiert zu Farbstichen entsprechend der zusätzlichen Lichtquelle. Die Farbpalette reicht dabei von rotorange bei Glühlampenlicht bis ins grünliche bei Beleuchtung mit Leuchtstofflampen.

Blitzgerät mit aufgesetzter Farbkonversionsfolie
zur Anpassung an Glühlampenlicht. Rechts davon
liegt eine Filterfolie für Leuchtstoffröhrenlicht.

Was tun bei Mischlicht

Grundsätzlich muss Mischlicht nichts negatives sein, der Reiz von Available-Light-Aufnahmen beruht nicht selten auch auf Mischlichtsituationen. Wenn sie zum Schluss kommen, dass sie dies nicht möchten, haben sie (nicht abschliessend) die folgenden Möglichkeiten:

Für all diese Methoden gibt es keine abschliessenden Tricks, respektive wenn sie 10 Fotografen fragen würden, erhielten sie auch 10 verschiedene Antworten wie vorzugehen sei. Leiten sie daraus ab, dass sie die 11-te Methode für sich selbst erarbeiten müssen. Als Ausgangspunkt dafür würde ich persönliche folgende Vorgaben nehmen:

Machen sie an einem geeigneten Ort Versuche ohne dass sie bereits auf die Bilder angewiesen wären. Schrauben sie an diesen Vorgaben rum, ändern sie aber immer nur einen Parameter, aber probieren sie sowohl manuelle als auch automatische Leistungseinstellungen am Blitzgerät aus.

Wenn sie ihre Methode entwickelt haben und dann einen Raum betreten müssen sie sich zuerst eine Überblick verschaffen und anschliessend eventuell ein paar Einstellungen an die Gegebenheiten anpassen:

In ein paar Jahren, wenn sie dann als bekannter Fotograf für die Hochzeit von George Alexander Louis in der St.Paul's Cathedral stehen, werden sie diesbezüglich die richtigen Entschlüsse und Einstellungen instinktiv und reflexartig vornehmen können.

Und last but not least: Wenn alle Stricke reissen, machen sie auf Retro und wandeln die Bilder nach Monochrom um, aber dann bitte auch mit einer stilsicheren leichten Abdunklung der Ecken (Vignettierung).