Aufhellen mit Blitz

Das Problem

Was ist bei diesem Bild passiert, wurde falsch belichtet?

Nein, keinesfalls, der Hintergrund ist voll in Ordnung.

Und was ist mit dem Vordergrund?

Tut mir Leid, das Gesicht ist im Schatten, fehlt Licht, ging nicht anders.

Hätte man nicht anders belichten können, so dass das Gesicht richtig belichtet wird, mittels Spotmessung oder sowas?

Hätte man schon können, aber was wäre dann aus dem Werk des Baumeisters im Hintergrund geworden?

Eben, völlig überbelichtet wäre es, der Himmel am ausfressen. Da ist nichts zu machen, der Kontrast ist einfach zu hoch.

Die Lösung: Aufhellblitzen

Aufhellblitzen mit automatischer Langzeit-
synchronisation.

Der Aufhellblitz rettet die Aufnahme. Das Gesicht
wäre ansonsten durch den Schirm rot eingefärbt.

Sie ahnen es bereits: Die Lösung für obiges Problem ist Blitzlicht.

Von Aufhellblitzen spricht man, wenn die Belichtung weitestgehend durch das vorhandene Licht bestimmt wird, der Blitz aber zusätzlich als Aufheller verwendet wird um starke Hell–Dunkelkontraste zu mildern, wie sie zum Beispiel bei starkem Sonnenlicht oder in Gegenlichtsituationen entstehen. Dadurch kann bei der Aufnahme eine bessere Schattendurchzeichnung erreicht werden. Aufhellblitzen ist eine der einfachen Massnahmen, welche bei geeignetem Einsatz ihre Bilder sofort besser aussehen lässt ohne dass sie dafür viel tun oder verstehen müssten.

Für ein ausgewogenes Verhältnis von Tages- zu Blitzlicht wird am Blitzgerät oftmals einfach eine Blitzleistungskorrektur eingestellt, ein sinnvoller Anfangswert für Versuche liegt bei etwa -1 Belichtungswert.

Die Einstellung lässt sich aber auch gut im manuellen Belichtungsmodus vornehmen. Die Verschlusszeit wird manuell abgeglichen auf den gewünschten Wert für die Helligkeit des Hintergrundes. Soll der Hintergrund etwas dunkler und in den Farben auch gesättigter erscheinen, so ist eine Unterbelichtung von -1 bis -2 Belichtungswerte empfehlenswert. Die Blitzfunktion bleibt von der manuellen Einstellung unberührt und wird den Vordergrund ausleuchten. Bei Bedarf kann beim Blitz dann noch eine kleine Belichtungskorrektur eingegeben werden, meistens handelt es sich dabei um eine Minuskorrektur der Blitzleistung.

Die Praxis

Die meisten modernen Kameras besitzen eine Einstellung für Langzeitsynchronisation um dieses Gleichgewicht zwischen vorhandenem Licht und Blitzlicht zu erzeugen. Symbolisiert wird diese Funktion oft durch das Kürzel "Slow" im Display neben dem Blitzzeichen. Ein kurzer Blick ins Handbuch der Kamera sollte erläutern wie sie diese Automatik ein- und auch wieder ausschalten. Erwarten sie im Handbuch keine Theorie, probieren sie einfach aus was die Automatik macht und schätzen sie ab, ob sie dies mögen.

Anmerkung: Um bei starkem Sonnenlicht aufzuhellen ist eine Kamera mit kurzer Blitzsynchronzeit und ein eher leistungsstarker Blitz von Vorteil.

Aber ...

... was ist jetzt der Unterschied zwischen Langzeitsynchronisation und Aufhellblitzen?

Es gibt keinen wirklichen Unterschied, aber ich wollte ihnen das Thema unbedingt zweimal erklären. Sie haben es bemerkt, das ist gut.

Die Herangehensweise ist nicht ganz die gleiche:

Der gleiche Effekt wie bei der Langzeitsynchronisation kann natürlich auch mit der Aufhellblitzfunktion der Kamera erzielt werden, die vorzunehmenden Einstellungen an der Kamera sind die Belichtungskorrektur und die Blitzleistungskorrektur, die Anleitungen zu Kamera und Blitzgerät sollten dazu Auskunft geben. An sich spielt es keine Rolle wie sie dies machen.