Einführung in die Belichtungsmessung

Sinn und Zweck dieses Artikels

Die Konfrontation des Fotografen mit den Möglichkeiten der Kamera ist zumeist der Beginn der fotografischen Praxis. Was die Belichtung anbelangt, so erklärt ein Blick in die Bedienungsanleitung Funktionen von Belichtungs- und Messarten. Aber wie und wann setzt der Fotograf diese sinnvoll ein? Darüber schweigt die Anleitung. So kommt es wie es kommen muss: Verwendet wird Programm- oder Blendenautomatik, als Messart dient Mehrfeldmessung, das Handbuch weist diese als besonders fortschrittlich und zeitgenössisch aus. Die anderen Möglichkeiten der Kamera bleiben mit Ausnahme einiger lust- und zielloser Kurzexperimente unbenutzt.

Wenn man die hohe Trefferquote von Belichtungsmesssystemen moderner Kameras betrachtet, so kommt man zum Schluss, das die Messung getrost der Kamera überlassen werden darf und Verständnis für die Belichtungsmessung nicht notwendig ist. Da haben sie recht - sie brauchen hier nicht mehr weiter zu lesen...

Allerdings, von allen Bildern, welche man normalerweise auf seinen Filmrollen oder Speicherkarten findet, wären nicht selten genau diejenigen die Highlights gewesen, welche aus unerfindlichen Gründen falsch belichtet wurden. Der Grund dafür hängt in den allermeisten Fällen mit einer speziellen Beleuchtungssituation zusammen. Je eigenwilliger, ungewohnter oder dramatischer das Licht und damit die Stimmung war, um so eher hebt sich die Szenerie vom Durchschnitt ab, desto schneller ist ihr Griff zur Kamera. Aber nicht jedes Motiv entspricht den Durchschnittserwartungen der Belichtungsautomatik und so sind Fehlbelichtungen eben auch nicht ausgeschlossen. In diesen Fällen ermöglichen  die differenzierten Messmöglichkeiten moderner Spiegelreflexkameras dem Fotografen, optimale Resultate im seinem Sinne zu erzielen. Dieser Artikel soll zeigen wie man genau dies erreicht und somit die Bedienungsanleitung ihrer Kamera ergänzen.

Grundsätzlich unterscheidet sich die Belichtungsmessung bei analogen und digitalen Kameras nur darin, dass bei Digitalkameras die Belichtung auf dem Display nachträglich vor Ort überprüft werden kann. Dies soll jedoch nicht dazu verleiten, beim digitalen Fotografieren der Belichtungsmessung wenig Bedeutung zukommen zu lassen. Oft hört man, bei Aufnahmen im RAW-Format liessen sich Belichtungsfehler nachträglich korrigieren. Diese Annahme halte ich für eine Trugschluss - die Aufnahme lässt sich höchstens retten, eine Korrektur ist etwas anderes.

Ein paar Links und etwas Literatur

Adrian Bircher
Belichtungsmessung
Verlag Photographie, ISBN 3-7231-7800-6

Ein sehr gute Einführung in die Belichtungsmessung. Das Buch bassiert noch weitgehend auf Film, die Basics haben sich jedoch nicht grundsätzlich geändert. Kompakt, praktisch, gut. Danke Adrian.