Pixelpeeping

Die Auflösung Ihrer Fragen:

Babylonische Sprachverwirrung

Inch:(dt. Zoll) 1Inch = 25,4mm = 72Points

Points: 1 Point = 0,345mm -> 72Points = 1Inch (72ppi)
Der sprichwörtliche Hund liegt in der verschiedenen Bildschirmauflösungen der beiden Systeme Windows und Mac begraben. Windows rechnet bei der Bildschirm-Auflösung mit 96 dpi (dot per Inch = Punkte per Zoll) und Mac (historisch) mit 72 dpi. Beim Mac entspricht ein Point somit einem Pixel, bei Windows sind es 1,3 Pixel.
Vergessen sie also Points.

ppi: Pixel per Inch (dt. Pixel pro Zoll).

dpi: Dots per Inch (dt. "Punkte" pro Zoll). Dieses Mass ist gefährlich weil nicht alle das gleiche darunter verstehen (wollen). Der Fotograf betrachtet einen Pixel als Punkt, für den Druckerhersteller hingegen besteht ein Pixel aus ein er grossen Anzahl kleiner  Punkte (Dots). Der Anwender wird dann mit der dpi-Angabe bezüglich der wirklichen Auflösung des Druckers im Ungewissen gelassen oder getäuscht. Deshalb: Vermeiden sie die Bezeichnung dpi. dpi steht immer im Verdacht, eine Angabe des Marketings zu sein.

Pixel zählen (engl pixelpeeping :-)

Auch wenn dies allgemein bekannt sein sollte und der geneigte Leser sich die Sache selbst aus den Fingern ziehen kann, so will ich hier den Einen, absolut wichtigen und unumgänglichen Sachverhalt gleichwohl explizit schreiben:

  • Wird die Anzahl Pixel verkleinert, so gehen im Bild Details verloren.
  • Wenn die Anzahl Pixel durch heraufrechnen vergrössert wird, so kommen keine zusätzlichen Details ins Bild, das Bild wird weder schärfer noch gewinnt es an effektiver Auflösung. Bildinformationen, welche in der Datei nicht vorhanden sind, können nicht errechnet werden.

Daraus ergibt sich: Effektive Bildinformation kann durch Bildbearbeitung am Computer nur verringert werden, erhöhen lässt sie sich nicht.

Und nun zur Kardinalsfrage aller Digitalfotografen: Wie viele Pixel braucht der Mensch?

Auflösung für Bilder, welche ab Daten in einem Fotolabor erstellt werden oder die sie selbst ausdrucken:

  • 300ppi: Lange Zeit war dies die Auflösung für gute Ausdrucke. Wenn Ihre Datei diese Auflösung erreicht dürfen sie berechtigterweise ein gutes Ergebnis erwarten.
  • 400ppi: Das bessere ist der Feind des guten. Für Qualitätsdrucke rechnen Druckereien heutzutage vermehrt mit 400ppi.
  • 150ppi: Diese Zahl wird gerne herumgereicht für grosse Bilder, wenn die verfügbare Anzahl Pixel für höhere Auflösungen nicht reicht. Der Wert ist jedoch nicht ein Ziel, sondern eine aus der Not entstandene Lösung. Wo nicht genügend Auflösung vorhanden ist wird genommen was greifbar ist. Sehr feine Strukturen beginnen fühlbar zu leiden. Die Bildwirkung wird mit abnehmender Auflösung zusehends motivabhängig.

Für Monitor- und Beamerdarstellung:

  • Für die Bildschirmausgabe werden gerne die beiden Werte 72ppi und 96ppi herumgereicht. 72ppi war die Bildschirmauflösung eines Macs aus vergangener Zeit. Irgendwie konnte sich die Zahl in die heutige Zeit retten, hat in Wirklichkeit aber keine Bedeutung mehr. Entsprechend soll 96ppi angeblich die Auflösung des Bildschirms eines Windows-Systems sein.
  • Die einzig richtige Betrachtungsart zum Thema Auflösung bei Monitorbetrachtung sind Pixel, aufgegliedert nach Höhe und Breite. Hat der Bildschirm eine Auflösung von 1024x786 Pixeln, so wird ein Bild mit 512x393 Pixeln genau halb so hoch und halb so breit wie der Bildschirm dargestellt werden. Nichts anderes!
  • Für Beamer gilt speziell, dass das Bild genau der Auflösung des Beamers entsprechen muss, ansonsten wird er das Bild zur Darstellung umrechnen. Wie er dies machen wird entzieht sich dann ihrem Einfluss und es wird Ihnen bestimmt nicht Freude bereiten. Beachten sie, dass die Grafikkarte ebenfalls auf die Auflösung des Beamers eingestellt werden muss, falls der Beamer über diese "Schnittstelle" angeschlossen wird.

Verkleinern (skalieren) des Bildes

Das Menü zum Skalieren von Bildern finden sie bei Photoshop unter Bild - Skalieren.
Zum Skalieren haben sie zwei Vorgehensmöglichkeiten:

Unter Dateigrösse geben sie das gewünschte Endmass des Bildes als Höhe resp. Breite so wie die gewünschte Auflösung ein. Die benötigte Anzahl Pixel ergibt sich dann aus diesen Werten und wird im Bereich Pixelmasse angezeigt. Hier bleibt anzumerken, dass Fotolabore Angaben zum absoluten Bildformat in der Datei normalerweise ignorieren. Ausgegeben wird das Bild in der Grösse so wie sie diese bei der Bestellung explizit angeben.

Alternativ können sie im Bereich Pixelmasse auch die gewünschte Anzahl Pixel unter Breite resp. Höhe direkt eingeben. Dies empfiehlt sich vor allem wenn das Bild für Bildschirmdarstellung vorgesehen ist.

Ist das Kontrollkästchen Bild neu berechnen abgeschaltet, so bleibt die Pixelzahl erhalten, jedoch wird ersichtlich, welche Auflösung sich bei gewählter Ausgabegrösse ergibt, resp. im umgekehrten Sinne, welche Ausgabegrösse sich bei gegebener Auflösung erreichen lässt. Dies kann für Kontrollzwecke dienlich sein um herauszufinden, bis zu welchem Format sich ein Bild bei gegebener Auflösung ausgeben lässt.

Oftmals liest man in Foren die Insider-Empfehlung, das Bild in mehreren Durchgängen immer wieder geringfügig zu verkleinern, bis die gewünschte Grösse erreicht wird, manchmal zusätzlich mit dem Tipp gewürzt, das Bild zwischendurch immer wieder leicht Unscharf zu Maskieren.

Bild: Michael Albat

Um den Einfluss zu verdeutlichen den diese Empfehlung auf das Bild hat, habe ich das gleiche Bild von seiner Ausgangsgrösse zweimal auf die Grösse 433 x 289 Pixel verkleinert, einmal direkt und einmal mit 2 Zwischenschritten ohne Schärfen zwischendurch. Die Unscharf Maskierung erfolgte bei beiden Bildern identisch am Schluss.

Die beiden untenstehenden Bilder zeigen einen 3fach vergrösserten Ausschnitt aus den durch die unterschiedlichen Verkleinerungsmethoden entstandenen Bildern.

Das Bild links wurde verkleinert in einem Schritt, dasjenige rechts in drei Schritten, was in meinen Augen noch keine Provokation darstellt. Trotzdem zeigt das linke Bild bei genauerer Betrachtung doch schon deutlich feinere Details. Die Pfeile geben Stellen an, an welchen die Differenz zwischen den beiden Bildern leicht ersichtlich ist.

Nebenstehendes Bild ist die Differenz der beiden obigen Bilder, es zeigt die Unterschiede, welche ausschliesslich durch die beiden Verkleinerungsverfahren entstanden. Der Kontrast wurde etwas erhöht, damit die Unterschiede gut sichtbar werden. Es ist ersichtlich, das Abweichungen vor allem in den feinsten Strukturen entstanden.

Würde das mehrstufige Verkleinerungsverfahren tatsächlich derart viel Sinn machen, so liegt der Gedanke nahe, dass Photoshop diesen Algorithmus wohl implementiert hätte. Er ist nicht implementiert. Ich habe festgestellt, das einige Leser diesen Aspekt betreffend Photoshop kritischer sehen als ich. Nun, ich möchte ihn nicht überbewertet wissen, die Aussage tendiert eher dahin, dass nicht nur Photoshop ihn nicht implementiert hat. Meines Erachtens nach sind die Anhänger dieses Verfahrens einen plausiblen Nachweis der "bessern" Skalierung bisher schuldig geblieben.

Ergo: Für die Webdarstellung ist es sinnvoll, das Bild mit deutlich grösserer Auflösung für die Bearbeitung zu scannen und am Schluss der Bearbeitung, aber noch vor dem Unscharf Maskieren, in einen Schritt auf die gewünschte Grösse zu reduzieren.