Tipps und Tricks

Rote Augen

Die gefürchteten roten Augen treten vorallem dann auf, wenn Blitz und Objektiv des Fotoapparates dicht beieinander liegen. Dabei fallen Einfallswinkel des Blitzlichts und Ausfallwinkel des reflektierten Lichts zusammen. Das Licht wird somit direkt von der Netzhaut im Auge reflektiert. Da die Netzhaut stark durchblutet wird, ist die Reflexion rot. Dieser Effekt tritt häufig bei Kompaktkameras mit integriertem Blitz auf, weil bei diesen Modellen der Abstand von Blitz und Objektiv besonders klein ist.

Zur Vermeidung des fotografischen "Albinismus" gibt es mehrere Methoden.

"Anti Rote Augen" - Einstellung an der Kamera: Dabei wird vor dem Hauptblitz ein heller Lichtstrahl (oder ein paar kleine Blitze) ausgesendet, die zu fotografierenden Personen werden geblendet. Der Effekt: Reflexartig ziehen sich die Pupillen zusammen, die Gefahr der roten Augen reduziert sich. Nachteil: Weil zwischen Auslösen und Aufnahme Zeit für den Blendvorgang vergeht, sind Schnappschüsse erschwert. Zudem kann nicht überraschend fotografiert werden. Ebenfalls besteht die Gefahr, das die zu fotografierende Person nicht die Pupillen sondern die Augen schliesst (auch ne Methode, um rote Augen zu vermeiden). Eine vollständige Verhinderung roter Augen ist mit keiner Vorblitz-Funktion möglich.

Verwendung eines externen Blitzgerätes: Damit wird der Abstand von Blitz und Objektiv erhöht und der Ein- und Ausfallwinkel des Lichts grösser: Die roten Blitzaugen treten nicht auf.

Kurze Brennweite: Die Verwendung langer Brennweiten kann den "Rote-Augen-Effekt" steigern. Es ist von daher empfehlenswert, gerade in relativ dunklen Räumen auf lange Brennweiten zu verzichten und den Weitwinkelbereich zu nutzen.

Licht anmachen: Für möglichst grosse Umgebungshelligkeit sorgen, also alle verfügbaren Lichtquellen einschalten. Im fast dunklen Raum hat die Augenpupille über 7 mm Durchmesser, bei guter Raumbeleuchtung sind es nur etwa 3 bis 4 mm.

Blickrichtung: Auch die Blickrichtung der porträtierten Person hat grossen Einfluss auf den Effekt der "roten Augen". Es ist deshalb vorteilhaft, die Personen nicht unmittelbar in die Kamera blicken zu lassen (das kommt nebenbei auch dem Bild insgesamt zugute).

Rote Augen können nicht mit Garantie verhindert werden, die Chance dazu steigt aber durch Anwendung mehrer Methoden in Kombination.

Wenn die roten Augen bereits im Foto sind, kann man diese retuschieren. Dies gestaltet sich bei der analogen Fotografie ebenso aufwendig wie unpräzise: Mit speziellen Stiften wird hier versucht, die roten Stellen im Auge zu überdecken. Mann kann die roten Augen auch in der Bildbearbeitungssoftware digital wegretuschieren. Bei den Augenretuschen sollte man besonders präzise arbeiten, der Betrachter schaut einer abgebildeten Person immer zuerst in die Augen. Unstimmigkeiten und Ungenauigkeiten fallen deshalb besonders schnell auf.

Farbiges Blitzen

Blitzgeräte sind in der Lichtfarbe auf normales Tageslicht abgeglichen. Durch den Einsatz von Filterfolien vor dem Blitz können sie das Blitzlicht einfärben um Ihre Fotos etwas ";surreal"; zu gestalten. Der Blitz erreicht nur den Vordergrund, wenn er also rot eingefärbt ist, wird auch nur der Vordergrund vom roten Licht beleuchtet, der Hintergrund bleibt in seiner ursprünglichen Farbe. Die ist ein wesentlicher Unterschied zu einem Filter vor dem Objektiv, welcher das ganze Bild beeinflusst. Als Filterfolie können sie alles verwenden was Licht durchlässt und farbig ist - der Filter ist ja nicht vor dem Objektiv, deshalb sind auch keine speziellen Anforderungen an ihn zu stellen.

Falls sie bei Filterfolien vor dem Blitz manuelle Leistungseinstellung verwenden wollen, müssen sie den Lichtverlust durch die Folien berücksichtigen. Im einfachsten Fall haben sie die Angabe, wieviel der Lichtverlust beträgt. Sollte das nicht der Fall sein, müssen sie diesen selbst ermitteln. Richten sie dazu die Kamera auf eine gleichmässig helle Wand und messen die Belichtung. Anschliessend halten sie die Folie vor das Objektiv und messen noch einmal. Anhand des Unterschiedes können sie nun errechnen, wie gross der Lichtverlust ist. Wenn sie zuerst Blende 16 und dann Blende 11 (bei gleicher Zeit) als Ergebnis erhalten, "schluckt" die Folie eine Blende. Sie müssten also ihre Leistungsberechnung um einen Blendenwert korrigieren.

Ich hab auch schon mal gelesen, dass jemand vorschlägt, einen Filter vor das Objektiv und einen zweiten in Komplementärfarbe vor den Blitz zu tun. Das Ergebnis soll dann angeblich ein eingefärbter Hintergrund sein, weil der komplementärfarbige Blitz den Vordergrund wieder entfärben soll. Das geht nur bedingt. Ein grüner Blitz hat kein Rotanteil und das rote Filter vor dem Objektiv filtert alles grüne Licht raus. Übrig bleibt: Nichts! Es geht also billiger indem sie dies sein lassen.

Stroboskopblitzen

Diese Blitzart ist eine Sonderform von Mehrfachblitzen, bei der bei offenem Verschluss mehrere Blitze in sehr kurzen Abständen ausgelöst werden. So lassen sich auf nur einem Foto effektvoll Bewegungsphasen festhalten. Für Aufnahmen unter Verwendung eines Stroboskopblitzes empfiehlt sich ein dunkler Hintergrund und die Fixierung der Kamera auf einem Stativ. Anstelle eines dunklen Hintergrundes kann natürlich auch der Lichtabfall in die Tiefe genutzt werden, dies geht vorteilhaft in grossen Räumen oder nachts draussen. Wesentlich dabei ist, dass das vorhandene Licht während der Offenzeit des Verschlusses keine bedeutende Belichtung zustande bringt. Wird der Hintergrund mitbelichtet, so sind die Bildstellen, welche durch die Bewegung nicht dauernd den Hintergrund abdecken durchscheinend, die Figur wirkt geisterhaft.