Einführung in die Belichtungsmessung
Sinn und Zweck dieses Artikels
Die Konfrontation des Fotografen mit den Möglichkeiten der Kamera ist zumeist der Beginn der fotografischen Praxis. Was die Belichtung anbelangt, so erklärt ein Blick in die Bedienungsanleitung Funktionen von Belichtungs- und Messarten. Aber wie und wann setzt der Fotograf diese sinnvoll ein? Darüber schweigt die Anleitung. So kommt es wie es kommen muss: Verwendet wird Programm- oder Blendenautomatik, als Messart dient Mehrfeldmessung, das Handbuch weist diese als besonders fortschrittlich und zeitgenössisch aus. Die anderen Möglichkeiten der Kamera bleiben mit Ausnahme einiger lust- und zielloser Kurzexperimente unbenutzt.
Wenn man die hohe Trefferquote von Belichtungsmesssystemen moderner Kameras betrachtet, so kommt man zum Schluss, das die Messung getrost der Kamera überlassen werden darf und Verständnis für die Belichtungsmessung nicht notwendig ist. Da haben sie recht - sie brauchen hier nicht mehr weiter zu lesen...
Allerdings, von allen Bildern, welche man normalerweise auf seinen Filmrollen oder Speicherkarten findet, wären nicht selten genau diejenigen die Highlights gewesen, welche aus unerfindlichen Gründen falsch belichtet wurden. Der Grund dafür hängt in den allermeisten Fällen mit einer speziellen Beleuchtungssituation zusammen. Je eigenwilliger, ungewohnter oder dramatischer das Licht und damit die Stimmung war, um so eher hebt sich die Szenerie vom Durchschnitt ab, desto schneller ist ihr Griff zur Kamera. Aber nicht jedes Motiv entspricht den Durchschnittserwartungen der Belichtungsautomatik und so sind Fehlbelichtungen eben auch nicht ausgeschlossen. In diesen Fällen ermöglichen die differenzierten Messmöglichkeiten moderner Spiegelreflexkameras dem Fotografen, optimale Resultate im seinem Sinne zu erzielen . Dieser Artikel soll zeigen wie man genau dies erreicht und somit die Bedienungsanleitung ihrer Kamera ergänzen.
Dies ist der Aufbau des Kapitels:
- Belichten ist ganz einfach: Wie Blende, Belichtungszeit und Filmempfindlichkeit einen Einfluss auf die Belichtung haben.
- Was richtig Belichten bedeutet. Die Sache mit Motivkontrast und Belichtungsumfang.
- Fangen wir mit dem einfachsten an, Licht messen.
- Auch die Kamera misst Licht, aber anders.
- Wie sind Belichtungskorrekturen anzubringen?
- Was tun bei wenig begeisternden Lichtverhältnissen?
- Wie lässt sich der Messwert in eine konkrete Belichtung umsetzen?
- Ein paar Worte zur Belichtung von Negativfilm.
- Und wie immer zum Schluss, ein paar Links und Literaturtipps.
Grundsätzlich unterscheidet sich die Belichtungsmessung bei analogen und digitalen Kameras nur darin, dass bei Digitalkameras die Belichtung auf dem Display nachträglich vor Ort überprüft werden kann. Dies soll jedoch nicht dazu verleiten, beim digitalen Fotografieren der Belichtungsmessung wenig Bedeutung zukommen zu lassen. Oft hört man, bei Aufnahmen im RAW-Format liessen sich Belichtungsfehler nachträglich korrigieren. Diese Annahme halte ich für eine Trugschluss - die Aufnahme lässt sich höchstens retten, eine Korrektur ist etwas anderes.
Ein paar Links und etwas Literatur
- Belichtungsmessung auf fotolaborinfo.de
- Belichtungsmessung auf denfo.de
- Belichtungsmessung auf Wikipedia
- Weblinks zum Thema in der fc-Info
Adrian Bircher
Belichtungsmessung
Verlag Photographie, ISBN 3-7231-7800-6
Das Buch zur Belichtungsmessung bin ich geneigt zu schreiben. Kompakt, praktisch, gut. Danke Adrian.